Werner Schad
Architekt

Sanierung eines historischen Kasernengebäudes, Gebäude 507

Bauherr
Staatliches Bauamt
Erlangen – Nürnberg
Bucher Straße 30
90408 Nürnberg

Ausführungszeitraum AFU-Bau
11/2012 – 03/2013

Ausführungszeitraum Baumaßnahme
10/2013 – 12/2014

Hauptnutzfläche
818 qm

Baukosten KG 300 / 400
ca. 2 Mio EUR

Leistungsbereiche
LP 5 – LP 8

Gebäude 507 stammt aus der Gründungszeit der Infanterie- und Artilleriekaserne, welche zwischen 1900-1905 in Nürnbergs Westen errichtet wurde. Das Gebäude in Sichtziegel-Bauweise wurde im Jahr 1903 vermutlich als Lazarettgebäude erbaut und lag etwas abseits der Exerzierplätze der ehemaligen Infanteriekaserne. Später wurde das Gebäude durch die amerikanischen Streitkräfte und durch die Bundeswehr als Standort genutzt. Mitte der 1990er Jahre erfolgte die Schließung der Kaserne. Eine Teilfläche des Geländes wurde zur Nutzung für die Bayerische Landespolizei erworben, während der Großteil des früheren Kasernenareals heute dem Wohnen und Arbeiten dient.

Der Massivbau besteht aus drei Normalgeschossen mit Holzbalkendecken, Keller- und Dachgeschoss mit tonpfannen-gedecktem Walmdach. Die Klinker-Sichtmauerwerkfassade wird durch Sandsteinsockel und –elemente gegliedert. Neben der Sanierung und Instandsetzung der vorhandenen Bausubstanz wurde durch Errichtung eines behindertengerechten Aufzuges die Barrierefreiheit des Gebäudes hergestellt.

Das Dachgeschoss wurde entkernt, Dachdeckung und –dämmung erneuert. Der neugegliederte Dachgeschossausbau legt die Dachstuhlkonstruktion größtenteils frei und öffnet den Raum auf die volle Geschosshöhe. Glaselementwände zum Flur und zwischen den Büroräumen ermöglichen Blickbeziehungen und erzeugen eine Großzügigkeit der lichtdurchfluteten Flächen.

Eine Dämmung der Außenwände war nach gültigen EnEV-Vorgaben nicht erforderlich, die Fenster wurden hingegen ausgetauscht. Die Fensterteilung mit Oberlicht und profilierten Sprossen greift historische Gliederungen auf und gibt der Fassade ein harmonisches Gesamtbild.

Der Eingang des Gebäudes wird durch eine überdachte Stahlkonstruktion mit Sitzgelegenheit für Besucher akzentuiert.

Obwohl das Gebäude nicht dem Denkmalschutz unterliegt, wurde sowohl in der Fassadengestaltung durch den Einbau von denkmalgerechten Holzfenstern als auch im Innenausbau der historische Charakter des Gebäudes in die Planung einbezogen. Durch Verwendung von Kalkputzen und Mineralfarben wurde der Bauökologie Rechnung getragen.